Der Überblick/Energie

Münchner Fusions-Start-up investiert 140 Millionen Euro in eine eigene Schlüsseltechnologie

Proxima Fusion will in Niedersachsen Europas erste großskalige Produktion für supraleitendes HTS-Band aufbauen – ein Material, das für kompakte Fusionskraftwerke entscheidend ist.

Teilen
Link kopiert
Forscher in einem Labor als Symbol für die Entwicklung neuer Fusionstechnologien

Ein Fusionsreaktor braucht kilometerweise Supraleiter

Proxima entwickelt Stellarator-Reaktoren. Dabei erzeugen besonders starke Magnete ein Feld, das das Plasma im Inneren kontrolliert. HTS-Materialien ermöglichen stärkere Magnetfelder und können dadurch kompaktere Anlagen möglich machen.

Für den Alpha-Demonstrator kalkuliert das Unternehmen mit rund 20.000 Kilometern HTS-Band, für ein späteres Kraftwerk mit etwa 40.000 Kilometern. Damit wird aus einem einzelnen Spezialmaterial schnell eine industrielle Lieferkettenfrage.

Niedersachsen beteiligt sich an der neuen Produktion

Die ersten beiden Projektphasen sollen jeweils zur Hälfte öffentlich und privat finanziert werden. Niedersachsen plant einen Beitrag von 21 Millionen Euro.

Das Ziel ist nicht nur ein Forschungsprojekt. Proxima will Fertigungswissen und industrielle Kapazität in Europa aufbauen, weil ein großer Teil der heutigen Produktion aus China und Japan kommt.

Fusion wird zunehmend ein Industrieprojekt

Der Schritt zeigt, wie sich die Fusionsbranche verändert. Neben Physik und Reaktordesign geht es zunehmend um Fabriken, Komponenten, Materialmengen und Lieferketten.

Ob Fusionskraftwerke wirtschaftlich funktionieren werden, ist weiterhin offen. Aber schon die Entwicklung der Technologie löst neue Investitionen in Spezialmaterialien und Produktionsverfahren aus.

QuelleProxima Fusion ↗Veröffentlicht am 9. September 2026
Zurück zum Überblick